Auf dem Osserriesen-Steig

Von der Osserwiese starten bei passendem Wetter mutige Paragleiter

Von der Osserwiese starten bei passendem Wetter mutige Paragleiter

Der Osser – Matterhorn des Bayerwaldes

Als »Matterhorn des Bayerwaldes« bezeichnen Einheimische den Osser gerne – das ist zugegebenermaßen dick aufgetragen. Doch wer vom hübschen Marktflecken Lam bergwärts blickt, ist vom markanten Horn des niedrigeren der beiden Gipfel durchaus beeindruckt. Da der steile Aufstieg auf dem Osserriesen-Steig ab Lohberg sehr anstrengt, empfiehlt sich der Gipfelsturm ab Lamer Sattel.

Blick vom großen Osser

Osserriesen Wanderung – Blick vom großen Osser

Von der Wandertafel am Parkplatz bringt uns ein bescheiden steiniger, teils geschotterter Weg am Teufelsritt vorbei stetig bergan. Nach gut 30 Minuten teilt sich der Weg. Geradeaus streben wir auf unserer Route direkt dem Großen Osser entgegen. In Sichtweite des Schutzhauses zeigt sich der Wald total gelichtet. Gewütet hat hier jedoch nicht der legendäre Osserriese, sondern Orkan Kyrill im Januar 2007 – ein Gedenkstein am Wegesrand vor der Bergwachthütte erinnert daran.

Ab Bergwachthütte betreten Wanderer überraschend alpines Gelände und überwinden die letzten knapp 50 Höhenmeter auf schwierigem Pfad. Der in diesem Mittelgebirge seltene Glimmerschiefer zählt offiziell zu den »100 schönsten Geotopen in Bayern«. Zuletzt führt der Pfad zum Schutzhaus direkt an der Grenze entlang, wovon weißblau markierte Pfähle zeugen. Hütte und Gipfelkreuz liegen keine zehn Höhenmeter voneinander entfernt.

„An Guadn“ – Stärkung nach dem anstrengenden Aufstieg zum Osserriesen

Das Osser-Schutzhaus auf der Osserriesen Wanderung, das von unten mächtig aussieht, entpuppt sich oben angekommen als verwinkelte, urige Hütte. Durstige und Hungrige holen sich selbst an der Theke hinter dem Eingang sowie der dahinterliegenden Essensausgabe Getränke, kalte Brotzeiten, Suppen und Würste ab. Ein Grenzstein auf der Sonnenterrasse verrät, dass sich zwei Tische bereits auf tschechischem Boden befinden.

In Richtung Kleiner Osser steigen wir zunächst bis zur Bergwachthütte zurück. An der unterhalb gelegenen Kreuzung nach links abbiegen und die im Wald versteckte Künische Kapelle links liegen lassen. Variante 1: Wer fit und trittsicher ist, folgt nach links der weißroten Markierung hinauf zum Gipfelkreuz des Kleinen Ossers. Beim anschließenden Abstieg 15 Höhenmeter unterhalb des Kreuzes in Pfeilrichtung »Osserwiese« marschieren. Variante2: Wer das schwierige Teilstück zum Kleinen Osser aussparen will, der folgt an der Künischen Kapelle dem Weg direkt zur Osserwiese. Kurz vor der ehemaligen Hochweide, Schachten genannt, vereinen sich die Varianten wieder.

Paragliden über Heidelbeer-Sträuchern

Karte im Reich der Osserriesen

Karte Osserriesen-Steig

Auf der Osserwiese dominieren heute Heidelbeeren. Wenn Wind und Wetter passen, dann starten über ihren Abhängen mutige Paraglider. Erstaunlich, wie die starken Aufwinde die Flugkünstler über das Horn des Kleinen Ossers hinauftragen. Am unteren Ende der Osserwiese reicht die herrliche Aussicht ein letztes Mal vom Hohen Bogen (1079 m) bis zum Großen Arber (1456 m) sowie hinunter nach Lam zur Kirche St. Ulrich. Die folgende Passage führt durch stetig schattigeren Wald talwärts. Nach 15 Minuten treffen wir auf einen Knotenpunkt. Aufstieg und Abstieg vom und zum Sattelparkplatz verlaufen von dort ab auf derselben Teilstrecke.

Tourencharakter:
Bergtour zum ausgezeichneten Geotop auf breitem Wanderweg aus dichtem Wald zu baumfreien Höhen. Die zwei Gipfel bieten einen herrlichen Rundblick, die letzten Stücke zum Großen wie Kleinen Osser erweisen sich als schwierig.
Ausgangs-/Endpunkt:
Wanderparkplatz Ossersattel (933 m) 6 km nordöstlich von Lam
Anfahrt:
Nach Lam via Furth oder Bad Kötzting oder Lohberg. In Lam bei Tourist-Info zum Wanderparkplatz abbiegen, nach 3 km in Forststraße
Gehzeiten:
Ossersattel (933 m) – Großer Osser 1.15 Std. (2,5 km); Großer Osser (1293 m) – Kleiner Osser 0.30 Std. (1 km); Kleiner Osser (1266 m) – Osserwiese – Ossersattel 0.45 Std. (2,5 km)
Markierung:
Richtungspfeile (L1/L3) sowie weiß-rote Fahne
Essen und Trinken: Osser-Schutzhaus
Tourist-Info:
Tourist-Info Lam, Marktpl. 1, 93462 Lam, Tel. 09943/777, www.lam.de
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