Bayerischer Wald

Natur und Geografie im Bayerischen Wald

Das grüne Dach Europas im Bayerischen Wald

Natur Bayerischer Wald – Das grüne Dach Europas im Bayerischen Wald

Der Bayerische Wald erstreckt sich von Südwest nach Nordost von der braunblauen Donau bis zur deutsch-tschechischen Grenze sowie im Südosten bis zur österreichischen Grenze. Im Nordwesten trennt die Senke zwischen Cham und Furth den Bayerwald vom Oberpfälzer Wald. Die Einheimischen unterscheiden hauptsächlich zwischen dem Vorderen und dem Hinteren Wald. Hie und da wird das Mittelgebirge auch von Nord nach Süd in den Oberen, Mittleren und Unteren Bayerwald eingeteilt. Vorderer wie Hinterer Bayerwald sind von jeweils einem zentralen Gebirgszug geprägt. Der markantere der beiden durchzieht den Hinteren Wald entlang der Grenze zur tschechischen Republik u. a. mit folgenden, durchgängig über 1300 Meter hohen Bergen: Großer Osser, Großer Arber (mit 1456m der König des Bayerwaldes), Großer Falkenstein, Großer Rachel, Lusen und Dreisessel. Parallel dazu verläuft im Vorderen Bayerwald ein Gebirgszug mit gut 1000 Meter Höhe, darunter die Gipfel von Pröller, Hirschenstein, Vogelsang, Dreitannenriegel, Einödriegel und Brotjacklriegel.

Der Vordere und der Hintere Bayerwald

Granitener Hochstein am Dreisesselberg im Hinteren im Bayerischen Wald

Natur Bayerischer Wald – Granitener Hochstein

Zwei natürliche Barrieren trennen den Vorderen vom Hinteren Bayerwald: eine markante Quarz-Formation, Bayerischer Pfahl genannt, sowie – von der Stadt Regen in Richtung Nordwesten – der Schwarze Regen bzw. ab Pulling der Regen. Der wichtigste Quellfluss des Hauptstroms im Bayerwald entspringt jenseits der Grenze bei Markt Eisenstein (Železná Ruda). Die Quellflüsse der schwarzen Ilz hingegen stammen aus dem Nationalpark Bayerischer Wald. Regen wie Ilz münden in die Donau. Neben drei eiszeitlichen Naturseen, dem Großen und Kleinen Arbersee sowie dem Rachelsee, erfreuen eine Reihe von aufgestauten Badeseen. Verstreut über den Bayerwald liegen eine Handvoll Kleinstädte, als Tore zum Mittelgebirge gelten die altehrwürdigen Donaustädte Regensburg und Passau sowie – dazwischen gelegen – Straubing und Deggendorf. Übrigens: Erst zu Zeiten des Kalten Krieges bürgerte es sich ein, die Staatsgrenze zwischen Deutschland und der damaligen Tschechoslowakei zugleich als Grenze zwischen Bayerwald und Böhmerwald anzusehen. Aus diesem Grund wird gerade in älteren Büchern u. a. der in Bayern gelegene Arber oft dem Böhmerwald zugeordnet.

Natur im Bayerischen Wald: es grünt so grün

Natur und Geografie - Stadt, Land, Fluss im Bayerischen Wald

Natur Bayerischer Wald – Stadt, Land, Fluss im Bayerischen Wald

Zusammen mit dem Böhmerwald (Šumava) bildet der Bayerwald das größte zusammenhängende Waldgebirge Mitteleuropas. Charakteristisch sind Bergfichtenwald, Bergmischwald sowie Aufichtenwald. Seinem Namen gemäß besteht der Bergfichtenwald aus kälteresistenten Fichten. Ihre schlanken Kronen und eng am Stamm anliegenden Äste bieten im Winter Schnee und Eis eine geringe Auflagefläche, was die Bruchgefahr herabsetzt.

Pflanzenvielfalt im Bayerischen Wald

Beim Bergmischwald, der nur bis gut 1100 Meter wächst, gesellen sich zu den Fichten hauptsächlich Buchen sowie Tannen und Bergahorn. In den Tälern, in denen sich Kaltluft staut, dominieren im feuchten Aufichtenwald erneut Fichten. Dazu gesellen sich u.a. Birke, Erle und Vogelbeere. Die Dominanz der Fichte förderte auch der Mensch, in dem er den ertragreichen Baum gezielt aufforstete. Dunkle Wälder mit blütenlosen Pflanzen wie Moose, Farne und Flechten kommen insgesamt weit häufiger vor als bunte Blumenwiesen. Entlang vieler Bäche und Flüsse wiederum droht das Indische Springkraut einheimische Pflanzen zu verdrängen. Das Arber-Plateau liegt als einziges im Bayerwald über der Baumgrenze und zeigt Anflüge alpiner Vegetation mit Latschen und Borstgras. Mit die eindrucksvollsten Landschaftsbilder im Bayerischen Wald malen Hochweiden und Hochmoore, von den Einheimischen Schachten und Filze genannt.

Bäume bieten Wanderern Schutz vor der Sonne

Über 300 Jahre lang trieben Hirten vorwiegend Ochsen und Jungtiere den Sommer über auf die almähnlichen Freiflächen. Vor rund 50 Jahren gab man die mühselige Weidewirtschaft endgültig auf. Wo einst Hirten unter vereinzelten Bäumen – allen voran Bergahorn – Schutz vor der prallen Sonne suchten, legen heute Wanderer eine Rast ein. Im Unterschied zu Schachten sind Filze natürlichen Ursprungs und werden durch Moortümpel, Mooraugen genannt, charakterisiert. Das Zwieselter Filz und das Latschenfilz gehören zu den höher gelegenen Sumpfgebieten, die Wanderer auf der Schachtentour durchqueren. Daneben gibt es im Hinteren Bayerwald bei Riedlhütte nennenswerte Filze.

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