Wandertipps

Praktische Tipps für Ihre Wanderung

Der Pfahl bei Viechtach im Bayerischen Wald

Wandertipps Bayerischer Wald- Der Pfahl bei Viechtach

Von hier nach dort – die Anreise in den Bayerischen Wald

Den Bayerischen Wald erreichen Autofahrer vom Norden und Süden auf der A 3, die in etwa der Donau entlang verläuft. Von München, also aus westlicher Richtung, führt die A 92 am Flughafen vorbei nach Deggendorf. In das Arbergebiet oder zum Nationalpark werden Erholungssuchende von der Autobahn mittels großer Hinweisschilder geleitet. Durch das Mittelgebirge verläuft ein Netz gut ausgebauter Bundesstraßen. Seitdem die Tschechische Republik zur Europäischen Union gehört, verursacht der ansteigende Schwerverkehr gerne Kolonnen. Beim Grenzübertritt wird gemäß Schengener Abkommen nicht kontrolliert, es besteht jedoch Ausweis- pflicht. Kleinere Straßen sind – was für ein Mittelgebirge nicht überrascht – teils kurvenreich. Für Bahnfahrer halten Fernzüge in den ICE-Bahnhöfen von Regensburg, Plattling und Passau. Ab Plattling verkehrt die Waldbahn via Deggendorf u.a. nach Regen, Zwiesel, Grafenau, Bayerisch Eisenstein und Bodenmais. Wer weiter nördlich nach Bad Kötzting oder in den Lamer Winkel will, fährt jedoch über Schwandorf, einen regionalen Knotenpunkt nördlich von Regensburg. Aus München verkehren Regionalexpresszüge nach Plattling. Orte, die von der Bahn nicht erreicht werden, erschließen Buslinien, die in der Regel keine klare Taktfrequenz aufweisen. Im Nationalpark verkehren erdgasbetriebene Fahrzeuge, sogenannte »Igelbusse«. Für Mehrfahrten vor Ort empfiehlt sich das Bayerwald-Ticket, das das regionale DB- und Bus-Angebot (RBO) in- klusive Waldbahn, Igel- und Falkensteinbussen für einen Tag – Mo–Fr erst ab 8 Uhr – zum Festpreis verbindet (www.bayerwald-ticket.com).

Heiter bis wolkig – das Wanderwetter im Bayerischen Wald

Im Bayerischen Wald herrscht typisches Mittelgebirgsklima vor. Je nachdem, wie streng der vorangegangene Winter war, beginnt die Wandersaison gegen Ende April, in den Höhenlagen oft erst im Laufe des Mai. Im Sommer ist es meist warm, aber teils wechselhaft. Gerade in den Höhenlagen kann es bei bedecktem Himmel frisch werden. Bei sehr heißem Sommerwetter wiederum können Wanderer einfach eine Tour durch schattigen Wald wählen. Typische Herbstwetterlagen sorgen für beste Fernsicht. Vor allem wenn im »Altweibersommer« der Föhnwind aus Richtung Süden bläst, grüßen am Horizont die Gipfel der Alpen, darunter der markante 2713Meter hohe Watzmann mit seiner Doppelspitze.

Wandertipps Bayerischer Wald – Wanderausrüstung

Der Bayerische Wald bietet Wanderern traumhafte Aussichten

Wandertipps Bayerischer Wald

Wer nicht übermäßig schwitzt, braucht im Bayerischen Wald nicht zwingend teuere Funktionskleidung zu tragen. Immer wieder bewährt sich die »Zwiebeltechnik«, also mehrere Schichten Kleidung übereinander. Wanderschuhe sind auch im Mittelgebirge dringend anzuraten, da man schneller als gedacht über eine Wurzel stolpern oder sich den Fuß verstauchen kann. Wichtig bei der Wanderausrüstung: Wanderschuhe ein bis zwei Nummern größer kaufen als Turn- oder Halbschuhe und darin dicke Socken tragen! Dann stoßen die Zehen beim Abstieg nicht vorne an, was Schmerzen hervorrufen würde. Zur zeitgemäßen Ausrüstung gehören zudem Handy sowie – je nach Wetter – Sonnencreme oder Regenschutz. Wer ergänzend zu den Tourenkarten in diesem Buch großräumige Wanderkarten sucht, erkundigt sich am besten im Buchhandel über das kartografische Material des Bayerischen Landesamtes für Vermessung sowie der Verlage Fritsch und Kompass. Die Tourist-Infos bieten teils gratis Kartenmaterial, jedoch in unterschiedlicher Qualität.

„An Guadn“ – Generelles zur Einkehr

Zentral gelegene Berghütten im Bayerischen Wald öffnen in der Regel von Anfang Mai bis inklusive 1. November täglich, einige wenige Vereinshütten nur am Wochenende (ggf. in den Tourenkapiteln vermerkt). Die Auswahl an Speisen ist in Hütten oft kleiner als in Gasthöfen, dafür wird durchgängig gekocht. Gasthöfe z. B. in den Talorten haben meist einen Ruhetag pro Woche und bieten – vor allem in kleineren Wandergebieten – nicht durchgängig warme Gerichte an. Bleibt die Küche zwischen Mittag- und Abendessen kalt, schließt oft eine reduzierte Brotzeitkarte diese Lücke. Zum Essen wünschen sich Bayern gegenseitig »an Guadn« – einen guten Appetit.

Ebenso beliebt wie deftig Schweinebraten mit Knödeln aus dem Bayerischen Wald

Wandertipps Bayerischer Wald – beliebt wie deftig Schweinebraten mit Knödeln