Über den Hirschenstein zum Kloster Kostenz wandern

Mühlgrabenbach Hirschenstein

Am Mühlgrabenbach auf der Wanderung zum Hirschenstein

Sankt Englmar gehört zu den hübschesten Orten im Vorderen Bayerischen Wald. Neben dem Pröller, sommers wie winters Hausberg der Urlaubsgemeinde, lockt der sieben Kilometer südöstlich gelegene Hirschenstein Wanderer an. Denn von keinem anderen Berg der Region genießen Gipfelstürmer einen aussichtsreicheren Blick nach Süden, Osten und Westen.

Start der Wanderung zum Hirschenstein an Gut Schmelmerhof

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Bei Gut Schmelmerhof beginnt und endet die Wanderung zum Hirschenstein

Der Rundweg Nr. 8 startet zwischen Kirche und Gut Schmelmerhof an einem Gehege vorbei bergauf. Die grasenden Galloway-Rinder finden sich auf der Speisekarte des ambitionierten Gutsrestaurants wieder. Nach einer Wendeplatte auf 900 Höhenmetern orientieren wir uns von dem vor allem im Frühjahr rauschenden Bachweg. Im weiterhin schattigen Wald treffen wir nach insgesamt knapp einer Stunde Gehzeit auf einen Forstweg.

An der folgenden Kreuzung biegen wir nach rechts ab. Vereint mit dem Fernwanderweg »Goldsteig« meistern wir in gut 15 Minuten den sanften Anstieg zum 1095 Meter hohen Hirschenstein. Auf dem Gipfel empfängt Wanderer kein Kreuz, jedoch ein fast sieben Meter hoher steinerner Aussichtsturm. Von dort öffnet sich ein 270-Grad-Blick, der im Nordosten vom Großen Arber (1456 m) bis hinunter zum Dreisessel (1333 m) im Bayerwald sowie im Süden vom Toten Gebirge bis zur Karwendel- Gruppe in den Alpen reicht und im Nordwesten wieder im Bayerwaldam Gallner (704 m) endet – klare Sicht vorausgesetzt.

Panorama-Tafeln am Turmgeländer helfen, sich zu orientieren. Achtung: Den Sockel des Turms besser nicht umrunden, denn die steil abfallende Südseite ist nicht gesichert. Den höchsten Punkt markiert jedoch gar nicht der Turm, sondern ein Aussichtsfelsen. Einer Sage nach sprang einst ein Hirsch von dem Felsblock hinab, um einem Jäger zu entkommen – und gab dem Hirschenstein so seinen Namen. Mit Fantasie lässt sich die versteinerte Auskerbung des Hufabdrucks vom Absprung des fliehenden Tieres ausfindig machen.

Wo der Hirsch einst zwischen den Buchen verschwunden sein soll, stehen heute Holzbänke und laden zur Rast ein. Vom Gipfel hinab steigen wir rechts neben dem Turm auf teils steinigem Wanderweg zum Wanderknoten Schuhfleck. Dort kreuzen sich sechs Forst- und zwei Wanderwege. Einer der zwei Wanderwege führte vom Gipfel her, auf dem anderen namens Mühlgrabenweg schreiten wir auf der gegenüberliegenden Seite des Knotens weiter.

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Der Aussichtsfelsen am Hirschenstein

Zwei Wellen markieren den bezaubernden Pfad, der direkt an der rechten Seite des plätschernden Baches entlang sanft bergab verläuft. Kaum einer, den dieses Kleinod nicht verzaubert. Nach knapp einem Kilometer liegt links zurückversetzt der Grimmeisenweiher versteckt im Wald. Eine Rast auf der Holzbank direkt am Weiher gefällt nicht nur Romantikern. Bei einer unauffälligen Brücke kreuzt nach einem weiteren Kilometer der Rundweg Nr. 9. Wir folgen ihm nach rechts, verabschieden uns vom Mühlgrabenweg und treffen ca. 100 Meter weiter auf eine Wanderkreuzung. Nur das erneut nach rechts weisende Schild »Rettenbach-Kostenz« bringt uns in einem Rundbogen auf teils steilem Hohlweg hinab zum herrlichen Klosterbiergarten, dem bislang tiefsten Punkt der Wanderung.

Pause im Klosterbiergarten Kostenz

Frater Silvester und Frater Bernhard sind die letzten beiden Barmherzigen Brüder, die Kloster Kostenz bewohnen. Für Betrieb sorgen heute weltliche Tagungs- und Erholungsgäste. Wanderer, die des Weges kommen, sind ebenso willkommen. Bei warmem Wetter spenden vor dem Hauptgebäude eine mächtige Kastanie und eine Linde in einem wunderschönen Biergarten Schatten. Mittags dampfen die Kochtöpfe, jederzeit sind Brotzeiten wie Wurstsalat, Obazda sowie Kaffee und Kuchen erhältlich. Wer wochentags außerhalb der Hauptzeiten in den Biergarten kommt, gibt einfach im nüchternen Speisesaal der Klosterwirtschaft seine Bestellung auf; Haupteingang rein, dann nach links.

Vom Kloster führt ein Feldweg auf der dem Parkplatz gegenüberliegenden Straßenseite gemütlich zurück nach Rettenbach. Die letzten 300 Meter hoch zum Ortsschild bringt uns die mäßig befahrene Teerstraße, nachdem wir den Rettenbacher Mühlbach über die Straßenbrücke gequert haben. Die Sonnenterrasse und das Restaurant im »Romantik Hotel Gut Schmelmerhof « stehen Wanderern selbstverständlich offen. Die Speisekarte befriedigt gehobene Ansprüche, was sich auf die Preise niederschlägt.

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Karte zur Wanderung auf den Hirschenstein

Tourencharakter:
Bunte Runde auf großenteils schattigen Wald- und Wanderwegen, darunter dem wunderschönen Mühlgrabenweg. Drei steinige Passagen, wenig Forststraße, nur zum Abschluss Asphalt.
Ausgangs-/Endpunkt:
Wanderparkplatz Rettenbach (723 m) neben der Kirche
Anfahrt:
Von Norden und Westen via St. Englmar, am südlichen Ortsrand abbiegen. Von Süden vor St. Englmar rechts direkt nach Rettenbach. Bus 6096 (Straubing–Viechtach) bis Abzweigung Rettenbach (1,5 km zum Startpunkt).
Gehzeiten:
Rettenbach (723 m) – Hirschenstein 1.15 Std. (4 km); Hirschenstein (1095 m) – Schuhfleck knapp 0.30 Std. (1,5 km); Schuhfleck (892 m) – Kloster Kostenz 1.15 Std. (4,5 km); Kloster Kostenz (670 m) – Rettenbach knapp 0.30 Std. (2 km)
Markierung:
Rundweg Nr. 8; ab Schuhfleck Mühlgrabenweg (zwei Wellen), dann Rundweg Nr. 9 in Richtung Kostenz/Rettenbach
Essen und Trinken:
Gut Schmelmerhof Rettenbach; Klosterbiergarten Kostenz
Tourist-Info:
Touristinformation, Rathausstr. 6, 94379 St. Englmar, Tel. 09965/84 03 20, www.urlaubsregion-sankt-englmar.de

Tipp: Wandern auf dem Waldwipfelpfad

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Der Waldwipfelpfad bei St. Englmar ist ein besonderes Erlebnis

Zu den Kronen mächtiger Bäume blicken Wanderer oft sehnsuchtsvoll hinauf. Wie die Welt von dort oben aussieht, lässt sich in Maibrunn 3 km westlich von St. Englmar hautnah erleben. Denn neue Perspektiven eröffnet dort seit 2008 der 350 m lange und 2m breite »Waldwipfelweg«, der in bis zu 30m Höhe durch die luftigen Regionen des Bayerwaldes verläuft sowie Ausblicke übers Donautal preisgibt (Fam. Six, Maibrunn 2a, 94379 Sankt Englmar, Tel. 09965/800 87; u. a. April–Okt. 9–19 Uhr, Erw. 6 EUR, 7–17 Jahre 4EUR, www.waldwipfelweg.de).

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