Die Rieslochfälle – Arber Wanderung

Holzbohlen sorgen im Moor dafür, dass niemand nasse Füße bekommt

Auf der Rieslochfälle Arber Wanderung sorgen Holzbohlen im Moor dafür, dass niemand nasse Füße bekommt

Den »König des Bayerwaldes« bezwingen – auf der Rieslochfälle- Arber Wanderung

Die schönste Tour für Gipfelstürmer beginnt am Nordrand des hübschen Talorts Bodenmais, den der Große Arber um immerhin fast 800 Meter überragt. Damit der großenteils steinige Weg zum Gipfelkreuz ein wahrer Genuss bleibt, sollten Wanderer zeitig aufbrechen und einige Pausen einplanen.

Den Wanderparkplatz Rieslochweg erreichen Autofahrer kurz nachdem die Teerstraße endet. Zu Fuß lassen wir noch einmal 200 Meter weiter die Markierung »bequemer Weg« rechts liegen und folgen dem »steinigen Weg«. Zum einen bekommen Wanderer auf dieser Strecke die Rieslochfälle besser zu Gesicht. Zum anderen ist diese Variante eine gute Generalprobe für den Gipfelsturm, denn schwieriger wird der Weg während des gesamten Aufstiegs nicht mehr. Je weiter wir uns von Bodenmais entfernen, desto deutlicher lässt sich das Rauschen des Riesbachs durch den urwaldartigen Blätterwald vernehmen. Schließlich stürzt die weiße Gischt über mehrere Kaskaden hinweg insgesamt über 50 Meter zu Tal. Nirgendwo im Bayerwald gibt es einen größeren Wasserfall zu bestaunen.

An der Chamer Hütte vorbei zu Richard Wagner

Abbiegen zur Chamer Hütte 50 Meter nach dem die zwei Wegvarianten wieder aufeinander treffen, folgen wir der Markierung 2a links über eine Holzbrücke in Pfeilrichtung »Chamer Hütte«. Gerne blinzelt die Sonne durch die Schatten spendenden Baumkronen, Wanderern begegnen Farne und moosbewachsene Gneisblöcke. Ein kleines Stück führt über eine Forststraße.  Ausdauernd begleitet uns das Plätschern des Schwellbachs, bis wir die Chamer Hütte (tgl. ab 11 Uhr geöffnet) 100 Meter unterhalb des Gipfels des Kleinen Arbers erreichen.

Zur Chamer Hütte– neuerdings auch »Schutzhaus Kleiner Arber« genannt – grüßt bereits der Große Arber. Durch eine Senke hindurch beginnt der Gipfelsturm. Die Vegetation spendet immer weniger Schatten, und die Route verläuft kurzzeitig auf einem Forstweg. Wer sich in der ersten Serpentine rechts hält und der Beschilderung »Großer Arber über Bodenmaiser Mulde« folgt, den führen Holzstufen auf einer Himmelsleiter auf den Gneisgipfel.

Das Gipfelplateau liegt oberhalb der Baumgrenze, deshalb begegnen einem alpine Latschen und viel Borstgras. Wenn sich die Sonne verzieht und der Wind bläst, kann es richtig frisch werden. Als Erstes erreichen wir den Bodenmaiser Riegel, in dem Kreative den Kopf von Richard Wagner erkennen. Der Granitsplit-Rundweg führt uns zum nahen Kleinen Seeriegel mit Blick in Richtung Kleiner Arbersee sowie anschließend zum höchsten Punkt des ganzen Bayerwaldes.

Vom Gipfel erklingt der Ruf des Watzmann

Blick aus Richtung Bodenmaiser Riegel zum Großen Seeriegel

Wanderung von den Risslochfällen zum Großen Arber

Das hölzerne Kreuzauf dem Gipfelriegel konkurriert mit einer Radaranlage und einem Funkturm. Spätestens dort treffen fleißige Wanderer mit den Gemütlichen zusammen, die den »König des Bayerwaldes« bequem per Gondel erreichten. In Richtung Osten liegt der Talort Bayerisch Eisenstein am ehemaligen »Eisernen Vorhang«, dahinter ist Zelezná Ruda (Markt Eisenstein) in der Tschechischen Republik meist klar zu erkennen. Die markante Schneise im links dahinter liegenden Wald gehört zum Skigebiet Spicak (Spitzberg). Beim Blick in die Ferne in Richtung Süden erspäht man u. a. den Großen Falkenstein (1315 m) sowie den zweithöchsten Bayerwald-Gipfel, den Großen Rachel (1453 m) ein Stück weiter rechts. Und bei Föhnwind sieht man sogar bis in die Alpen, von wo aus der Watzmann (2713 m) aus dem Berchtesgadener Land ruft.

Einkehr im Schutzhaus oder der Eisensteiner Hütt’n

Zwei bewirtschaftete Hütten mit Sonnenterrasse locken fünf Gehminuten vom Gipfel bergab direkt unterhalb der Bergstation der Gondelbahn Hungrige und Durstige an. Einen guten Ausblick ermöglichen die Panorama-Fenster der neuen Eisensteiner Hütt’n. Das Schutzhaus wirkt uriger, doch seit der Renovierung 2009 ähneln sich nicht nur die Speisekarten, sondern auch die Atmosphäre beider Gastwirtschaften. Kein Wunder, denn beide Häuser werden von der Arber-Bergbahn geführt. Dieser Betrieb gehört übrigens wie auch die Waldungen hinab nach Bayerisch Eisenstein dem Fürstenhaus Hohenzollern.

Zu Besuch bei der Madonna vom Arber

Die Arberkapelle liegt zwischen Einkehr und Gipfel.  Am vorletzten Sonntagvormittag im August herrscht vor dem kleinen Gotteshaus ein gewaltiger Trubel. Denn dann treffen sich Hunderte Gläubige und Neugierige zur traditionellen Arber-Kirchweih, dem im wahrsten Sinne höchsten Fest im Bayerwald. Die erste Arberkapelle geht auf das Jahr 1806 zurück. Das frostige und raue Klima brachte es mit sich, dass das Gotteshaus mehrmals erneuert werden musste. Das jetzige Gebäude stammt aus dem Jahr 1957 und beherbergt eine Madonna aus Kalkstein.

Abstieg auf den Spuren von Orkan Kyrill

Karte Rißlochfaelle und Großer Arber

Wanderkarte Rieslochfaelle

Der Abstieg erfolgt über den Kamm hinweg direkt an der unbewirtschafteten Zwieseler Hütte vorbei. Vom Bodenmaiser Riegel bis hinein in die Bodenmaiser Mulde begeben wir uns auf dem bereits beim Aufstieg beschrittenen Pfad. Dann aber geht es auf Weg 2 geradewegs zu den Rißlochfällen. Noch im oberen Teil der Strecke queren Wanderer ein mooriges Gebiet auf Knüppeldämmen. Geologen vermuten, dass sich dort einst ein dritter Arbersee befand. Des weichen Untergrunds wegen hatte Orkan Kyrill im Januar 2007 leichtes Spiel, dort eine gewaltige Schneise der Verwüstung zu schlagen. Mit viel Ausdauer macht die Pflanzenwelt inzwischen wieder Boden gut.

Weiter talwärts wird der Weg wieder schattig und führt über steiniges, bisweilen schwieriges Terrain. Vorsicht mit müden Beinen! Von den Rieslochfällen aus nehmen wir dieses Mal den »bequemen Weg« links herum zurück zum Parkplatz – und freuen uns darüber, dem König des Bayerwaldes erfolgreich aufs Dach gestiegen zu sein.

 

Tourencharakter:
Landschaftlich einmalige und anspruchsvolle Tour auf oft steinigen Wanderwegen. Für den Abstieg teils sicherer Tritt, aber keine Schwindelfreiheit erforderlich. Fantastisches, nicht ungeteiltes Gipfelerlebnis.
Ausgangs-/Endpunkt:
Wanderparkplatz Rißlochweg (755 m) in Bodenmais
Anfahrt:
Nach Bodenmais u. a. über B 85 via Teisnach oder Regen. Am Rieslochweg Gleise queren zum ausgeschilderten Parkplatz am Ortsende. Waldbahn-Station (2 km Anmarsch).
Gehzeiten:
Wanderparkplatz (755 m) – Rieslochfälle (»steiniger Weg«) 0.30– 0.45 Std. (1,5–2 km); Rieslochfälle – Chamer Hütte 1.15 Std. (3 km); Chamer Hütte (1289 m) – Bodenmaiser Mulde – Großer Arber 1 Std. (2,5 km); Großer Arber (1456 m) – Bodenmaiser Mulde – Rieslochfälle (»bequemer Weg«) – Wanderpark- platz 2 Std. (6,5 km)
Markierung:
Aufstieg: Weg 2a; Abstieg: 2 (weiße Zahl, grünes Viereck)
Essen und Trinken:
Chamer Hütte am Kl. Arber, Schutzhaus und Eisensteiner Hütt’n (Gr. Arber), Waidler Stuben (Marktpl. Bodenmais), Weinlokal Zum Kimbacher (Hardergasse; So geschl.), Franzl’s Grillstube (Bahnhofstr.)
Tourist-Info:
Bodenmais Tourismus, Bahnhofstr. 56, 94249 Bodenmais, Tel. 09924/77 81 35, www.boden- mais.de; Talstation Großer Arber, 94252 Bayerisch Eisenstein, Tel. 09925/941 40, www.arber.de
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